Liebes Tagebuch...
Fehlendes Verständnis wirrer Gedanken..?

"Sacht und zart fällt die erste Flocke Schnee hinab auf glühend heiße Kohlen; noch weit bevor den Boden dort erreicht, sie längst qualvoll verdampft, verreckt, niemals hat sie die Erde berührt."

Wieder bin ich da um wertlose Zeilen mit meinen Gedanken zu füllen.

Gedanken wahrlich, denn ich habe vor Kurzem etwas vor etlichen Wochen von mir geschrieb'nes wiederfinden können.

Ich mag es eigentlich noch recht gern, so kopiere ich es hier hinein, in der Hoffnung, dass es möglicherweise irgendjemandem helfen könnte...

'Was wollten wir eigentlich hier?

Weiß es jemand?

Ich tu es nicht...

Warum...?

Stille, Einsamkeit, weiß denn niemand, wo wir sind, was wir hier machen sollen?

Wieso...?

Ich hab es satt.

Warum lassen sie uns immer so dumm stehen? Im Regen stehen...

Ich mochte den Regen, er war kühl und erfrischend, nass, er geht auf jeden nieder, macht dabei keine Unterschiede. Auf Priester und Sittlichkeitsverbrecher, auf Schlagerstars und Rockmusiker, den Regen stört es nicht.

Wenn doch nur alle so wären wie der Regen und nicht auf die einzelnen Klassen achten würden.

Doch Gedanken über das Wetter beantworteten meine Fragen auch nicht.

Dabei sind es nicht einmal tiefgründige Fragen, ich wollte nur wissen, was wir hier sollen, wo wir hier überhaupt sind..

Hilfe!

Holt mich jemand aus dieser Schwärze heraus?

Ich fühlte mich wie in tiefster Nacht allein gelassen in einem Raum voller Verräter, Gefahren, allem Schlechten.

Hilf mir!

Doch das hast du nicht getan, du existierst nicht einmal.

Denn wer würde schon meine Gedanken hören?

Wen interessieren sie überhaupt?

Eine Hand streckte sich mir entgegen, ein freundliches Lächeln.

Doch bevor ich die Rettung greifen konnte, drängte sich jemand vor mich.

Wut kroch aus meinem Bauch meinen Hals hinauf, ich schrie die übelsten Verwünschungen gegen diesen Drängler, schlug auf ihn ein, ich hasste es.

Wie immer war ich unsichtbar, aber sichtbar genug, um weggezerrt und niedergeschlagen zu werden.

Ich wurde beschimpft, als Egoist bezeichnet.

Im Kindergarten gab es mal einen Spruch... Er besagte, dass man alles, was man sagte, selbst sei.

Wie wahr...

Die Leute beschimpften sich selber, wenn sie mich niedermachten, das ließ mich schmunzeln.

Wie verblendet doch alle waren!

Ich brach in schallendes, irr anmutendes Gelächter aus, was mir nur einen bösen Blick einbrachte, böse Blicke von allen, doch störte es mich?

Ihr seid mir alle so egal, wisst ihr das?

Ja..

Gleichgültigkeit war schon immer mein stärkster Schild gewesen.

Hätte ich ihn nicht, wäre ich längst zerbrochen, da ich mir sonst zu viele Gedanken über andere gemacht hätte, über andere, die es gar nicht verdient hätten.

So wie ich deren Meinung nach auch keine Rettung verdient hatte.

Mittlerweile waren alle, die mit mir an diesem seltsamen Ort, diesem dunklen Loch, gewesen waren, gerettet worden.

Ich saß allein dort, für mich brach die Nacht herein.

Ich saß einfach nur herum und dachte nach.

Welchen Sinn hatte das Leben noch?

Diese Gedanken zauberte mir wieder ein kaltes Schmunzeln auf die Lippen.

Der Sinn des Lebens war es, anderen zu trotzen, nur zu leben, um ihnen zu zeigen, wie machtlos sie doch in ihrer beschissenen kleinen Welt waren!

Aber, abgesehen davon...?

"Hey, was machst du hier so allein?"

Eine dunkle, aber freundliche Stimme riss mich aus dem düsteren Sinnieren.

Jemand setzte sich neben mich, er lächelte freundlich.

"Zieh nicht so ein Gesicht, du bist doch nicht mehr alleine!"

Ich musste unweigerlich lächeln.

"Siehst du? Zu zweit macht das Alleinsein doch gleich viel mehr Spaß."

Er grinste, dabei sah ich das Veilchen um sein Auge, die unzähligen blauen, grünen und violetten Flecken in seinem Gesicht und auf den Händen.

Er schien auch anders und deswegen verstoßen zu sein...

Sympatisch.

Wir saßen stumm nebeneinander und hingen unseren eigenen Gedanken nach, während jenseits dieser leuchtenden Finsternis eine Welt unterging. Die Menschen in ihren seltsamen Wertevorstellungen hetzten sich gegenseitig zu Tode...

Nur die Außenseiter überlebten, da sie sich nicht unterkriegen ließen, so zu sein, wie sie wollten und nicht so, wie andere sie haben wollten.

Es wurde hell in unserem Loch, dort unten.

Langsam erhob ich mich, hielt dem Fremden meine Hand hin.

Lächelnd ergriff er sie und ich zog ihn auf die Beine.

Zusammen schafften wir es von diesem Ort zu entkommen.

Die Welt war die gleiche wie zuvor, die einstmaligen Außenseiter waren zu den "Normalen" geworden, die einst "Normalen" waren nun die Außenseiter, wurden ausgeschlossen, verstoßen, einfach nur schlecht behandelt.

So war es immer, so würde es immer sein, alles mag vergehen, doch das erstaunliche Talent des Menschen für Erniedrigung, Verletzung und nicht zuletzt Ausrottung seiner eigenen Art, würde immer bestehen.

Uns beide störte das herzlich wenig.

Zu zweit irrten wir durch diese Welt, Außenseiter unter Außenseitern, die lange Abgeschiedenheit war nicht gut gewesen...

Oder...?

Eine junge Frau saß fröhlich summend auf einer Parkbank, ihre Tasche war geschmückt mit zahllosen Bildchen, Aufnähern. Sie war allein.

Eine Verbündete?!

Zu Dritt gingen wir weiter, fanden immer mehr, die waren wie wir.

Niemand ist allein, es gibt immer jemand, der auf Deiner Seite stehen wird, vergiss es nicht.

~Selbst in der schwärzesten Nacht wird es immer einen Lichtstrahl geben, selbst die purste Verzweiflung bleibt nicht ohne einen Tropfen Hoffnung. Du weißt, nichts ist ohne sein Gegenstück~

Schnelle Gedanken.

Sinnentleert und doch bedeutungsvoll.

Mach dir selbst eine Meinung darüber.'

Ja, das waren sie, diese Aneinanderreihungen von Worten.

Haben sie jemandem gefallen? Denkt jemand darüber nach?

-Wird dies hier überhaupt von jemandem gelesen?

Fragen, Fragen, Fragen.

Ich denke mal nicht, jedenfalls ist mir dergleichen niemals aufgefallen.

"Lass uns fliegen, einfach fliegen.

-Was sagst du? Wir können nicht,

weil wir keine Flügel besitzen?

Narr. Sei still und schau. -Siehst

du? Ich kann fliegen, tief hinab

in die endlose Freiheit in der

Dunkelheit der Nacht. Fliegen.

Wenn auch nicht für lange.

Diese kurzfristige Freiheit war

es mir wert. War mir wert, dafür in

die ewige Finsternis einzutreten.

-Narr nennst du mich? Natürlich.

Niemand außer mir ist so dämlich

und opfert sein Leben der billigen

Illusion von Freiheit. -Nun hör auf mich:

Mach es mir nicht nach. Lebe."

Wieder seltsames.. Versteht es jemand, versteht mich jemand?

Oder wird dies alles hier schlichtweg nicht ernstgenommen, will man nur die Fassade sehen, hinter welcher ich mich zu verstecken versuche..?

Gewiss.

Dessen

bin

ich

mir

mehr

als

sicher

.

Nundenn..

Ich erhoffe viele Gedanken, auf bald, bis zum nächsten Eintrag, der möglicherweise minder ernst und sinnentleert sein mag, wer weiß, wer weiß...

Bis Bald oder Nie,

Ned.

3.12.06 17:53
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Rin / Website (3.12.06 20:53)
WAI~~~ wirklich sehr schön. Du beschreibst genau das, was so vielen manchmal durch den Kopf geht und dabei is deine Wortwahl und Erzählweise sehr passend x3~~. Du stellst interessant Thesen, die durchaus einleuchtend sind. Wahrlich grandios °^0^°. Ich bin gar nicht dazu in der Lage ein gescheites Kommentar zu geben, denn wenn ich jetzt was schreiben würde, würde es nur unwirklich neben deinen Text aussehen xDD~~. Es regt wirklich zum Nachdenken an und lässt mich in die dunkelsten und düsteren Ecken meiner Selbst grübeln oo! Mach weiter so ^0^!! *mehr sowas lesen will*

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